Ghostbusters: The Videogame
Genre: Third-Person-Shooter
Test-Plattform: Xbox 360
Testbericht von: C-L|FastForward
Es ist etwas seltsam ein Review für ein Spiel zu schreiben, dass momentan in Deutschland nur für die PS3 offiziell zu haben ist. Wie gut, dass es Videotheken gibt. Die hauseigene hatte eine englische Importversion für meine geschätzte Xbox 360 frisch vorrätig. Also nichts wie ran an die Konsole und testen was das Teil hergibt.
Ich muss sagen, ich war angenehm überrascht, wie gut die Entwickler das Flair der Filme einfangen konnten. Man sollte meinen mit der Unterstützung der Originalschauspieler und dem Autorenduo Dan Aykroyd/Harold Ramis kann da eigentlich nichts mehr schief gehen und dem ist auch so.
Das Game spielt (in Anlehnung an den nie entstandenen 3ten Spielfilm) im Jahr 1991. Die Ghostbusters haben immernoch eine Menge zu tun und so kommt der Spieler als Rekrut in den Genuss den Geistern mächtig eins auf die Nuss zu geben. In einer der ersten Missionen muss man beispielsweise Slimer einfangen, was sich kniffeliger gestaltet als gedacht. Das Team muss außerdem zum Hotel Sedgewick, begegnet ein weiteres mal dem Marshmellowmann, reist in parallele Universen und fängt so eine Menge Geister. Im engeren Sinne dreht sich die Geschichte aber um Gozer, dem im New York gerad eine Ausstellung gewitmet ist, als das Spiel beginnt.
Die Optik präsentiert sich in 1080p-HD-Grafik mit scharfen Texturen und schönen Effekten. Leider ruckelt das Spiel vereinzelt, wenn sehr viele Gegner auf dem Bildschirm ihr Unwesen treiben. Das ist aber zu verkraften. Die Levels sind zwar sehr linear, aber so großflächig angelegt, dass auch der Marshmellowmann darin Platz findet. Außerdem gibts Blicke über Manhatten gratis obendrauf. Leider sind diese viel zu selten, denn ihr treibt euch eher in Gebäuden und Katakomben herum, als in Außenarealen.
Audiotechnisch wird auch einiges geboten. Nicht nur, dass für die englische Version die Originalbesetzung in die Sprecherkabine geholt wurde, nein, auch die bereits enthaltene deutsche Tonspur kann mit der Originalcast aus den FIlmen aufwarten. Leider sind die deutschen Stimmen bei den vielen Dialogen manchmal etwas zu bemüht witzig zu wirken. Trotz dieser kleinen Schwäche bewegt sich die Synchro auf hohem Niveau. Auch die Musik des Spiels ist sehr gut gelungen. Diese reicht vom bekannten Ghostbusters Theme hin zu instrumentalen sowie orchestralen Stücken, die die Atmosphäre des Spiel gehörig unterstützen.
Die Steuerung ist sehr eingängig und leicht zu erlernen. Man bekommt vom Spiel immer wieder Abschnittsweise Hilfestellung, wenn neue Fähigkeiten verfügbar werden. Auflevelbare Waffen sind eine nette Dreingabe, die bei höchstem Level mit Achievements belohnt werden. Gegen Ende sind dann allerdings keine Gegenstände zum Aufleveln mehr übrig, was ich persönlch etwas schade finde.
Das Geisterfangen wurde in vielen Magazinen als "zu umständlich" bewertet. Ich dagegen (und da stimme ich mit C-L|El-Muerte überein) finde es immer wieder abwechselungsreich und spannend. Es hat gerade einen Reiz, wenn man die Gegner nicht beim ersten Versuch gleich in die Falle bekommt und sie sich dagegen wehren.
Zwei auffällige Besonderheiten hat Ghostbusters allerdings noch.
1. Es besitzt, wie z.B. Dead Space kein bildschirmfüllendes HUD. Alle Anzeigen befinden sich auf dem Protonenpack. Hier wurde eine gute Methode gefunden das HUD zu integrieren und mit viel Liebe zum Detail gearbeitet.
2. Mit Achievements gehen die Entwickler sehr locker um. Man bekommt beim ersten Durchspielen schon einen Großteil der möglichen 1000 Punkte. Eine Reihe der Punkte bekommt man aber erst im Coop-/Multiplayer, der allerdings nur per Xbox Live spielbar ist. Hier hätte man durchaus auch einen Offline-Coop für die Kampagne hinzufügen können.
Fazit:
Im Großen und Ganzen ist Ghostbusters the Videogame das beste GB-Spiel das es jemals auf eine Konsole geschafft hat (man erinnere sich an fuchtbare Gameboy Umsetzungen). Allerdings ist es immer noch "nur" ein gutes Spiel, da die Spielzeit einfach wesentlich zu kurz ist und einige Designmängel für Wertungsdämpfer sorgen. Storymäßig kann das Ganze auch die begeistern, die keine GB-Fans der ersten Stunde sind. Durch die vielen Filmbezüge ist es aber ratsam sich vorher vielleicht doch nochmal die beiden Filme anzuschauen. Am Ende überwiegt der gute Eindruck. - 83%
+ viele Film- & Videospielbezüge
+ schöne 1080p HD-Grafik mit klasse Effekten
- vereinzelt Ruckler
+ Originalcast & Lizenz
+ mit Originalstimmen und sehr viel Witz vertont
- die Stimmen wirken im Deutschen manchmal zu bemüht, sind aber auf gutem Niveau
+ Musik sorgt für klasse Atmosphäre
+ kein bildschirmfüllendes HUD
+ Waffen auflevelbar
- am Ende ist nichts mehr zum aufleveln da
+ viele leicht zu erreichende Achievements
+ eingängige, einfache Steuerung
- Kamera manchmal zickig
+ Gegner und Levels sind abwechslungsreich
- zu viele Innenlevels
- kurze Spielzeit von etwa 8h (1 1/2 Tage lockeres zocken)
- Coop-/Multiplayer nur per XBox Live